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Geschichte und Kultur des Acadia-Nationalparks

Im Herbst 1604 landeten der Entdecker Samuel de Champlain und seine Mannschaft aus Europa in dem Gebiet, aus dem später der Acadia-Nationalpark werden sollte. De Champlain, der das Gebiet kartierte und es "Isle de Monts Desert" nannte, erinnerte sich, dass die "Gipfel alle kahl und felsig sind. Die Hänge sind mit Kiefern, Tannen und Birken bewachsen". Obwohl sich in den mehr als 400 Jahren seither viel verändert hat, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass de Champlain das hügelige, baumbewachsene Gelände und die felsige Küste auch heute noch erkennen würde.

Im Vergleich zu den ursprünglichen Bewohnern des Gebiets war de Champlain jedoch ein relativer Nachzügler. Das Volk der Wabanaki und seine Vorfahren können ihre Wurzeln in Maine mehr als zehntausend Jahre zurückverfolgen. Bei den ersten Bewohnern der Gegend war Mount Desert Island für seine reichen Jagd- und Fischgründe bekannt.

Jagd und Fischerei sind zwar immer noch wichtig für Einwohner und Besucher, aber die heutige Mount Desert Island ist noch bekannter als ein Ort der Erholung, Entspannung und unvergleichlicher Naturschönheiten. Dieser Wandel begann Anfang des 20. Jahrhunderts, als Woodrow Wilson das Land, das heute als Acadia bekannt ist, am 8. Juli 1916 als Sieur de Monts National Monument unter Bundesstatus stellte.

Weniger als drei Jahre später, am 26. Februar 1919, wurde das Gebiet neu ausgewiesen und in Lafayette National Park umbenannt. Am 19. Januar 1929 wurde der Park dann erneut in Acadia-Nationalpark umbenannt - und wie seine Anziehungskraft hat auch der Name bis heute Bestand.

Während sich die US-Regierung auf die Einrichtung und den Schutz des Parks konzentrierte, hatte John D. Rockefeller Jr., ein wohlhabender Grundbesitzer der Mount Desert Island, seine eigenen Pläne. Von 1915 bis 1933 widmete Rockefeller seine Bemühungen und Ressourcen der Entwicklung seines riesigen Inselanwesens und der Einrichtung der Kutschenwege. Ursprünglich als Ablenkungsmanöver für Gäste und Würdenträger gedacht, entwickelte Rockefeller mehr als 50 Meilen an Pfaden, um die abgelegene Schönheit der Insel für Kutschen und Pferde zu erschließen. Er scheute keine Kosten und baute 17 gewölbte Granitbrücken, um seine Vision zu verwirklichen.

1930 beauftragte Rockefeller Beatrix Farrand mit dem Entwurf von Bepflanzungs- und Landschaftsplänen für die Kutschenwege. Das Ergebnis zeugt von Rockefellers und Farrands bemerkenswertem Weitblick, der sich noch heute in den schönen, gut gepflegten Wegen zeigt. Details - wie die handgeschnittenen Granitabdeckungen, die die Reisenden vor steilen Böschungen schützen - zeugen noch immer von ihrer langfristigen Vision.

Im Herbst 1947 vernichteten Waldbrände mehr als 10.000 Hektar des Parks. Die Brände, die tagelang brannten, wurden schließlich von den US-Streitkräften, den Mitarbeitern des Nationalparks und den Anwohnern unter Kontrolle gebracht. Trotz der kurzfristigen Verwüstung trugen die Brände letztlich zur langfristigen Schönheit und Vielfalt des Parks bei - und riefen die Rockefellers wieder auf den Plan. Dank ihrer Großzügigkeit und ihres Engagements begann der Wiederaufbau, sobald die Brände ihren Lauf genommen hatten.

Heute, mehr als sechzig Jahre später, zählt Acadia zu den meistbesuchten Nationalparks der USA.